So finden Sie den Sweet Spot für Ihren Corporate Blog

Sweet Spot im Corporate-Blog
Foto: djd/Unsplash Patrick Fore
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Wenn Sie im Rahmen Ihrer Content-Marketing-Strategie einen Unternehmens-Blog aufsetzen möchten, sollten Sie Ihren Sweet Spot finden. Dieser ist die Antwort auf die Frage, über was Sie schreiben möchten. Schließlich soll das Ganze sowohl auf Ihre Marke einzahlen als auch für Ihre Zielgruppe relevant sein.

“Ich würde ja gerne mit einem Firmenblog starten. Nur weiß ich nicht, zu welchem Thema.” Das hören wir häufiger von Kunden, wenn es um das Thema Corporate Blog geht. Und in der Tat will die inhaltliche Ausrichtung eines Blogs gut durchdacht sein. Schließlich möchten Sie, dass Ihr Blog von Ihrer Zielgruppe gelesen wird. Und außerdem sollte Ihnen nicht schon nach wenigen Beiträgen “die Puste ausgehen”, weil Sie plötzlich merken, dass Ihr Themengebiet inhaltlich gar nicht so viel hergibt.

Wir empfehlen, systematisch mit der sogenannten Sweet-Spot-Methode vorzugehen. Den Begriff “Sweet Spot” hat Joe Pulizzi, einer der Vorreiter des modernen Content-Marketing-Gedankens, geprägt. Gemeint ist das Themenfeld, das sich aus der Schnittmenge sämtlicher Erfolgsfaktoren für einen Blog ergibt. Klingt abstrakt, ist aber eigentlich gar nicht so schwer. Konkret empfehlen wir unseren Kunden, auf folgende drei Fragestellungen zu achten, um den eigenen Sweet Spot zu finden:

1. Was genau ist Ihre Expertise?

Bloggen Sie nur über Themen, in denen Sie sich wirklich gut auskennen. Zum einen wollen Sie sich ja mit Ihrem Blog als Experte positionieren. Da macht es keinen Sinn, über Dinge zu schreiben, die Ihnen nur am Rande geläufig sind. Zum anderen fällt Ihnen das regelmäßige Bloggen viel leichter, wenn Sie sich in Ihrem Themengebiet wirklich zu Hause fühlen.
Grenzen Sie Ihr Know-how-Gebiet so eng wie möglich ein. Wohl niemand ist Experte in einem so allgemeinen Gebiet wie zum Beispiel “Reisen”. Aber vielleicht sind Sie oder Ihr Unternehmen ja DER Experte für Wanderreisen im Spessart. Dann könnte – oder sollte – genau das Ihr Themengebiet für Ihren Corporate Blog sein. Nicht mehr und nicht weniger. Damit haben Sie eine erste Eingrenzung Ihres Sweet Spot vorgenommen.

2. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Wie wir alle wissen, ist das Internet voll von Content, und selbst guter Content ist en masse vorhanden. Auch wenn Sie ihr Themenfeld gut abgegegrenzt haben, ist damit zu rechnen, dass Ihr Blog immer noch in Konkurrenz zu zahlreichen ähnlich gestalteten Angeboten steht.

Was also tun, um sich dennoch bei Ihrer Zielgruppe als Informationsquelle zu etablieren? Stellen Sie Ihren persönlichen Wettbewerbsvorteil heraus. Finden Sie eine Antwort auf die Frage: Was ist es, das Sie gegenüber Ihren Wettbewerbern auszeichnet? Oder anders formuliert: Was haben Sie zu bieten, das niemand sonst bietet? Genau darüber sollten Sie bloggen!

Nehmen Sie zum Beispiel den Themenmacher-Blog, den Sie hier gerade lesen. Blogs rund um das Thema Content Marketing gibt es viele. Im Gegensatz zu den meisten unserer Wettbewerber, die Content Marketing überwiegend oder ausschließlich als Teil des Online-Marketing begreifen, konzentrieren wir uns jedoch vorzugsweise auf die Printmedien und unseren speziellen Ansatz, Ihnen Earned Content zu verschaffen. Folglich ist das auch Schwerpunkt unseres Blogs und hebt ihn damit von anderen deutschsprachigen Content-Marketing-Blogs ab.

Es gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten, sich Alleinstellungsmerkmale für Ihren Blog zu schaffen.

Hierzu vier Beispiele

  • Wenn Sie über umfangreiche Praxiserfahrungen verfügen, können Sie Ihren Blog regelmäßig durch exklusive und authentische Case-Studys anreichern. Warum? Weil tatsächlich nur SIE diese eine Erfahrung mit diesem einen Kunden und/oder diesem einen Projekt gemacht haben – das macht Sie einzigartig. Nutzen Sie das und erzählen Sie davon!
  • Wenn Sie auf gutes eigenes Bild- oder Video-Material zurückgreifen können, lassen sich damit Ihre Blogbeiträge hervorragend und authentisch ergänzen. Eigenes Material wirkt immer besser als aufpolierte, aber austauschbare Stockbilder. Wenn Sie solches Material noch nicht haben, überlegen Sie sich, ob sich die Erstellung nicht vielleicht lohnen würde.
  • Arbeiten bei Ihnen echte Experten? Koryphäen auf ihrem Gebiet und (zumindest in Fachkreisen) über Ihr Unternehmen hinaus bekannt? Wenn ja, zapfen Sie deren Expertise regelmäßig in Interviews oder Gastbeiträgen an.
  • Vielleicht gibt es aber auch noch andere verborgene Talente in Ihrem Unternehmen? Vielleicht haben Sie oder einer Ihrer Kollegen ja eine einzigartige Art, die Dinge zu präsentieren, oder ganz einfach eine hervorragende Schreibe, sodass es allein schon deshalb ein Genuss ist, deren Texte zu lesen. Halten Sie die Augen offen nach solchen Talenten!

Haben Sie Ihr(e) Alleinstellungsmerkmal(e) klar definiert, haben Sie den nächsten Schritt zu Ihrem persönlichen Sweet Spot geschafft.

3. Was ist für Ihre Zielgruppe relevant?

Bevor Sie mit Feuereifer Ihren Corporate Blog zu Ihrem Spezialthema starten, sollten Sie prüfen, ob Sie damit auch auf einen echten Bedarf Ihrer Zielgruppe treffen. Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie Woche für Woche fundierte Beiträge ins Netz stellen, die kaum jemanden interessieren. Es ist daher wichtig, sich im Vorfeld eingehend mit Ihren potenziellen Lesern zu beschäftigen. Um welche Personen handelt es sich denn überhaupt (Geschlecht, Alter, Interessen)? Eine bewährte Methode, wie Sie sich ganz konkret Ihrer Zielgruppe nähern können, ist die sogenannte Persona-Methode.

Sobald Sie Ihre Persona(s) kennen, fällt es Ihnen leichter auszumachen, woran diese inhaltlich interessiert sind. Dieses Interesse müssen Sie mit relevantem Content bedienen. Aber was heißt “relevant”? Meist sind das hilfreiche Informationen. Manchmal handelt es sich auch um echte Pain Points, also ein Themengebiet, bei dem Ihre Zielgruppe einen Leidensdruck verspürt, den Sie mit Hilfe Ihrer Blog-Informationen reduzieren können (zum Besipiel bei einem Gesundheits-Blog). Ebenfalls relevant ist alles, was Ihre Zielgruppe emotional bewegt: Ihre Zielgruppe ist an Unterhaltung, exklusiven Fotos oder coolen Sprüchen interessiert? Auch dies kann ein Bedarf sein, der die Verbraucher regelmäßig Ihren Web-Content aufsuchen lässt.

Finden Sie den Sweet Spot

Wenn Sie ein Themenfeld identifiziert haben, das alle drei genannten Kriterien erfüllt, haben Sie Ihren individuellen Sweet Spot gefunden. Es lohnt sich, in diese Konzeptionsphase Zeit zu investieren. Denn wenn das thematische Fundament Ihres Blogs sauber durchdacht ist, haben Sie beste Chancen auf einen dauerhaft relevanten Kommunikationskanal zu Ihrer Zielgruppe.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

ist seit über 30 Jahren in geschäftsführenden Funktionen innerhalb der Medienbranche tätig (Online, Print und TV) mit Schwerpunkt auf den Gebieten Content und Business Development. Seit 2014 ist Enno Müller Inhaber und Geschäftsführer der djd.

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