Presse-Erfolge – auf die richtige Textlänge kommt es an

Zeitschrift aufgeschlagen Maßband
Foto: djd/Patricia Wegner
Print Friendly, PDF & Email

Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie wollen einen Text schreiben und beginnen zunächst mit Themenfindung und Stoffsammlung. Dann schreiben Sie zügig den Artikel, bis Ihnen der Beitrag schlüssig erscheint. Textlänge? Hm. Hätte man sich wohl vorher überlegen sollen…

Pressemitteilungen und Content-Marketing-Artikel fallen oftmals länger aus als Journalisten sie in der Presse veröffentlichen. Ist doch kein Problem, denken Sie. Kürzen kann ja nun wirklich jeder Redakteur. Stimmt. Wirklich? Die Erfahrung von Tausenden von Content-Marketing-Artikeln, die wir bei djd erstellt, verbreitet und dokumentiert haben, zeigt: Ein pressegerechter Text in der richtigen Länge wird weitaus häufiger abgedruckt. Denn Zeit ist in Redaktionen immer knapper geworden. Aber was ist die richtige Länge? Wir möchten Ihnen einige Anhaltspunkte geben:

Wo wird Ihr Artikel mutmaßlich in der Presse platziert?

Das ist die erste Frage, die überlegt sein muss – und zwar idealerweise BEVOR ein Artikel entworfen wird. Blättern Sie die für Ihr Themenfeld typischen Zielmedien durch: Tageszeitungen, Anzeigenblätter, Zeitschriften, etc.. Werden dort ähnliche Themen, wie Sie sie den Journalisten anbieten möchten, eher als Einspalter, Kurzmeldung oder Surftipp veröffentlicht? Dann ist ein langer Text vermutlich kontraproduktiv.

Ebenso, wenn im Kern nur das Foto im Mittelpunkt steht und allein die Bildunterschrift den Leser informieren soll. Sie brauchen also eine klare Vorstellung, in welchen Medien, an welcher Stelle und in welcher Form Ihr Artikel in die redaktionellen Konzepte der Presse passt. Daraus ergeben sich wichtige Hinweise für die Textlänge.

Wie interessant ist der Beitrag für die Leser?

Keine Regel ohne Ausnahme. Auch unabhängig von den sonst vielleicht üblichen redaktionellen Gepflogenheiten der Zeitung kann Ihr Thema durchaus Chancen auf eine großformatige Veröffentlichung haben, wenn es wirklich für viele Leser des jeweiligen Mediums interessant bzw. relevant ist. Eine Promi-Story, eine spannende Innovation oder eine anschauliche „How to“-Darstellung sind typische Beispiele hierfür.

Verfügen Sie über gutes Bildmaterial?

Kaum ein Beitrag in der Presse funktioniert heutzutage noch ohne passende Bebilderung. Und je länger Ihr Artikel ist, desto mehr Bildmaterial benötigen Sie. Dies gilt zumindest im Publikumsbereich, von dem wir hier sprechen.

Hohe Reichweite oder ausgesuchte Titel?

Der kurze Tipp und die knappe Meldung haben weitaus größere Chancen, in vielen Medien abgedruckt zu werden als die große Story. Sie müssen daher abwägen, was Ihnen wichtiger ist: viele Veröffentlichungen und somit hohe Auflagen mit jeweils eher kurzen Texten oder der großflächige Beitrag bei vergleichsweise geringer Reichweite.

Wollen und können Sie sich auf Exklusivität einlassen?

Insbesondere, wenn Sie Zeitschriften als Veröffentlichungsmedium anvisieren, müssen Sie damit rechnen, dass diese eine Exklusivität Ihrer Story einfordern. Dies gilt umso eher, je umfangreicher Ihr Content ist. Falls es sich um eine für Ihr Thema sehr wichtige Zeitschrift handelt, werden Sie sich hierauf vermutlich gerne einlassen. Falls nicht, dürfte Ihnen wahrscheinlich mit einem kürzeren nicht-exklusiven Artikel, der dafür breit in den Medien gestreut wird, mehr gedient sein.

Sie merken schon: Ob sich für Ihr jeweiliges Thema eher ein langer oder ein kurzer Text besser eignet, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt jeweils von Ihren individuellen Kommunikationszielen ab. In vielen Fällen gibt es aber auch einen – sehr gängigen – Kompromiss: Die Konzeption eines eher knappen Basistextes, der dann, abgesehen vom ansprechenden Bildmaterial, mit ergänzenden und in sich abgeschlossenen Infokästen (z.B. für Hintergrundinfos, einer Info-Grafik, einem Experten-Kurzinterview) angereichert wird. Der Redakteur kann dann selbst entscheiden, ob er sich auf den Basistext beschränkt oder diesen durch die mitgelieferten Zusatzinfos zu einer großen Story ausweitet.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

ist seit über 20 Jahren in geschäftsführenden Funktionen innerhalb der Medienbranche tätig (Online, Print und TV) mit Schwerpunkt auf den Gebieten Content und Business Development. Seit 2014 ist Enno Müller Inhaber und Geschäftsführer der djd.

Das könnte Dich auch interessieren …