Wir lieben Printmedien – 7 Gründe, warum Sie das auch tun sollten

Eine Frau blättert in einem Café in einer großen Tageszeitung
Foto: djd/Unsplash Keenan Constance
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Heutzutage wird oft beinahe reflexhaft über „Print“ gelästert, und nicht selten das baldige Ende der klassischen Publikumsmedien prophezeit. Doch ist diese Sichtweise richtig – und klug? Wir finden, Kommunikations-Verantwortliche sollten hier umdenken: Printmedien sind nämlich äußerst wirksame Plattformen für Ihre Content-Marketing-Botschaften. Und im Gegensatz zum jeweils gerade gehypten neuen Wunder-Kommunikationskanal wird es sie auch nächstes Jahr noch geben.

Vor kurzem sah ich mal wieder Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“. Die neue Rubrik „Alarmstufe Print“, in der er mehrere fiktive Cover-Schlagzeilen von Zeitschriften präsentierte, beendete der Moderator mit den Worten: „…jetzt sind Sie informiert, was Ihre Großeltern am Kiosk zu kaufen bekommen.“ Natürlich hatte Böhmermann, der nach eigenen Angaben vor „17 Jahren zum letzten Mal eine Zeitung in die Hand genommen hat“ die Lacher des überwiegend jungen Publikums auf seiner Seite.

Klar, über Print als altmodisches und überkommenes Medium zu lästern, ist in. Doch lassen Sie sich als Kommunikations-Verantwortliche nicht täuschen! Denn die Mediengattung Print bietet gerade für Ihre Content-Marketing-Maßnahmen eine Fülle von Vorteilen, die Sie nutzen sollten. Wir von djd lieben Print! Und wir verraten Ihnen auch, warum:

1. Mit Printmedien erreichen Sie viele Menschen

Tageszeitungen erzielen in aller Regel immer noch fünf- bis sechsstellige Auflagezahlen, bei einzelnen Anzeigenblättern können es sogar über eine Millionen Leserinnen und Leser sein. Vergleichen Sie das mal mit den vergleichsweise bescheidenen Nutzerzahlen selbst größerer Online-Portale. Mit anderen Worten: Eingebunden in solche Printmedien haben Sie die Chance, eine wirklich hohe Zahl an Verbrauchern mit Ihrem Thema zu erreichen.

2. Printmedien werden intensiv gelesen

Es ist erwiesen, dass Printmedien mit großer Aufmerksamkeit gelesen werden. Und die Leser blättern sie meist auch wirklich von vorn bis hinten durch. Ein Leseverhalten, das bei den Usern einer Website selten bis nie vorkommt. Gut gemachte Print-Inhalte erfüllen außerdem die Kriterien für Slow Media. Mag sein, dass „Slow Media“ nicht besonders cool klingt neben Buzzwords wie „Always on“ und „Realtime Messaging“. Aber Ihr Hauptziel als Kommunikations-Verantwortliche ist ja vermutlich nicht „cool sein“. Vielmehr wollen Sie, dass Ihre Botschaft auch tatsächlich bei Ihrer Zielgruppe ankommt. Und genau das ist bei der Platzierung in einem vermeintlich „langsamen“- aber eben auch aufmerksam genutzten Medium nun einmal deutlich eher erreichbar als über so manchen „coolen“ Hype-Kanal.

3. Printmedien sind glaubwürdig

Umfragen zufolge genießt Print im Vergleich zu anderen Medien eine deutlich höhere Glaubwürdigkeit.

Gut möglich sogar, dass durch die aktuellen politischen Ereignisse (Stichwort „Fake News“, oder „alternative Fakten“ etc.) die Bedeutung des unabhängigen Journalismus, den man traditionell eher in den Printmedien als in der weitgehend unregulierten Online-Landschaft verortet, noch weiter zunehmen wird. Wenn es Ihnen also gelingt, Ihren journalistisch aufbereiteten Content in entsprechenden Printmedien zu platzieren, strahlt deren hohe Glaubwürdigkeit auch auf Ihren Artikel ab.

4. Mit Printmedien erreichen Sie neue Zielgruppen

Dieser Aspekt setzt sich immer mehr im Bewusstsein der Kommunikations-Verantwortlichen durch. Gerade bei ursprünglich rein Online-getriebenen Unternehmen, wie zum Beispiel Web-Shops. Dank effizienterer SEO- und SEA-Methoden gelangen solche Firmen nämlich immer schneller an den Punkt, an dem sie feststellen müssen, dass ihre Online-Zielgruppe weitgehend „abgegrast“ ist. Via Print haben sie die Möglichkeit, auch jene Verbraucher zu erreichen, die sich bis dato noch gar nicht mit ihrem Thema befasst haben. Die Folge: Immer mehr online-basierte Unternehmen erarbeiten plötzlich Print-Strategien.

5. Manche Zielgruppen können Sie online gar nicht erreichen

Dies gilt zum einen für jene Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen, die sich an Verbraucher richten, die typischerweise keine hohe Online-Affinität mitbringen. Aber nicht nur für die. Denken Sie zum Beispiel an Startups oder Anbieter von Produktideen, die neu und außergewöhnlich sind. Auch für diese sind Online-Medien zunächst eher problematisch: Denn warum sollte jemand nach etwas googeln, von dessen Existenz er noch gar nichts weiß? Auch hier können Printmedien die (kostengünstige) Lösung sein: Sie bieten eine geeignete Bühne, um bei Ihrer Zielgruppe ein entsprechendes Problem- oder Bedarfsbewusstsein zu wecken.

6. Print ist eine ideale Plattform für earned Media

Sie verfügen über ein eher begrenztes Budget? Dann haben Sie sicherlich Interesse daran, dass Ihre Inhalte kostenlos, sprich allein dank ihrer redaktionellen Qualität und Relevanz, in den Medien platziert werden. Man spricht hier von earned media. Dies ist jedoch im Online-Bereich heutzutage kaum noch möglich. Der Grund ist simpel: In der Online-Welt existiert kein Platzproblem. Ein Webseitenbetreiber muss in aller Regel kein festes Seitenkontingent füllen. Insofern hat er nur selten Interesse an zusätzlichem externem Content, es sei denn, der Inhalt passt wirklich zu 100 % in sein Konzept. Und selbst dann lässt er sich die Publikation meist bezahlen. So wird es für Sie schnell recht teuer, und das Ganze nennt sich dann auch nicht mehr Earned, sondern Paid Media.

Anders in der Printwelt: Dort stehen die Redaktionen regelmäßig vor der Herausforderung, trotz abnehmenden Personals ein festes Kontingent an Zeitungsseiten zu befüllen. Das ist Ihre Chance: Bieten Sie den Redakteuren hochwertigen Verbraucher-Content an, und Sie werden in vielen Fällen eine Veröffentlichung realisieren können.

7. Print-Content ist einfach zu erstellen

Viele Onliner beklagen die geringe mediale Vielfalt im Print. Und tatsächlich: Viel mehr als Text und Bild sind dort nicht möglich. Keine interaktiven Apps, kein Video, kein Podcast.

Doch aus Sicht des Content-Erstellers ist auch das ein Vorteil: Anders als der Online-User erwartet der Printleser genau das: Text und Bild. Und das macht das Ganze für Sie wiederum zur einfachsten und günstigsten Form, Content zu erstellen. Jeder, der schon mal ein Video oder eine App produziert und dabei miterlebt hat, wie lange es dauert, bis das Konzept, der Ton, das Bewegtbild, das Design oder die Programmierung endlich passen, wird wissen, was ich meine. Ich kenne daher kein Inhaltsformat, das mit einem günstigeren Preis-/Leistungsverhältnis daherkommt als der „Klassiker“, bestehend aus Text und Bild.

Fazit

Wir lieben Printmedien – und Sie wissen nun auch warum. Die Einschätzung von Kommunikationskanälen ist nämlich auch immer eine Frage der Perspektive. Und als Kommunikations-Verantwortliche sollten Sie Print keinesfalls zum alten Eisen legen.

Im Gegenteil: Wenn Sie flächendeckend Verbraucher-Zielgruppen erreichen wollen, gibt es für Sie auch heutzutage kaum einen effektiveren Publikationskanal als die „klassischen“ Printmedien.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

ist seit über 30 Jahren in geschäftsführenden Funktionen innerhalb der Medienbranche tätig (Online, Print und TV) mit Schwerpunkt auf den Gebieten Content und Business Development. Seit 2014 ist Enno Müller Inhaber und Geschäftsführer der djd.

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