Nutzen Sie den Streugewinn statt die Filterblase

Streugewinn statt Filterblase
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Wenn Sie Marketing für Ihre Firma machen, haben Sie meist kein Geld zu verschenken! Vielmehr möchten Sie Ihr Budget so effektiv wie möglich einsetzen und Ihre Zielgruppe daher präzise ansprechen. AdWords, Facebook, Instagram sind hier die modernen Waffen. Aber auch die Printmedien haben nach wie vor großes Potenzial aufgrund Ihrer enormen Reichweite und des einzigartigen Konsumverhaltens.

Streugewinn statt Filterblase

Willkommen im 21. Jahrhundert, dem Zeitalter von Big Data. Alles ist digital, wird erfasst, getrackt, geloggt, gespeichert und ausgewertet. Die Firmen wollen wissen, wer und wie alt Sie sind, woher Sie kommen und was Sie auf ihrer Seite suchen und ob Sie es auch finden oder unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen. Im nächsten Schritt wird analysiert, Meetings werden abgehalten, Geld und Zeit investiert und nach und nach die „optimale Customer Journey“ geschaffen. Alles, damit bloß kein Aufwand auf die „falsche“ Zielgruppe verschwendet wird.

Filtern heißt auch immer „Einschränken“

Jede ausgehende Online-Nachricht wird deswegen kleinteilig gefiltert, nach Geschlecht, nach Altersgruppe, nach Einkommensvolumen, nach Region. Vernünftig, aber Sie merken vermutlich selbst, was hier gleichzeitig passiert: Sie schränken die Gesamtgröße Ihres Publikums enorm ein. Ob eine solche Einschränkung sinnvoll ist oder nicht, entscheidet vor allem die Zielsetzung.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Stellen Sie sich einen großen Teich vor, in dem viele Fische leben. Sie möchten gerne nur eine bestimmte Fischsorte fangen, um Ihre Netze schnell zu füllen. Daher suchen Sie eine Stelle, etwa 5 % der Gesamtfläche, wo Ihrer Meinung nach besonders viele davon leben.

Würden Sie den gesamten Teich befischen, würden Sie natürlich auch andere Fische fangen. Kleinere, größere und auch solche, die Sie bis dahin vielleicht noch gar nicht kannten. Aber auch die füllen Ihre Netze. Vielleicht sogar schneller als Sie dachten. Wenn Ihr Ziel also lautet, Ihre „Fangrate“ zu steigern, wieso sollten Sie dann dieses Potenzial, in unserem Beispiel also 95 % des Teichs, bewusst ignorieren wollen?

Streugewinn statt Streuverlust

 

Streuen heißt auch immer „Öffnen“

Stellen Sie sich nun vor, Sie nehmen Ihr Budget und investieren es in eine Printkampagne. Sie geben Ihre Botschaft an die Medien, wo sie abgedruckt und veröffentlicht wird. Sie können eventuell noch grob kontrollieren, in welcher Region Ihr Text erscheint, bei Fachmagazinen eventuell noch ein bestimmtes Interessensgebiet, aber danach ist auch schon Schluss.

Klingt das beängstigend für Sie? Sollte es nicht.

Es ist genau diese Unsicherheit, nicht zu wissen, was man bekommt, die viele Marketers davon abhält, ihr Geld in Kampagnen zu investieren, die augenscheinlich keine klar abgegrenzte Zielgruppe bieten. Hier fischt man sinnbildlich im großen Teich, ohne zu wissen, welchen Fisch man damit fangen wird.

Aber: Durchschnittlich werden Printmedien nach wie vor länger gelesen als Online-Medien. Was für Sie als Unternehmer bedeutet, dass Ihre Botschaft auch aufmerksamer studiert wird. Und zwar auch von Nicht-Zielgruppen, die aber dennoch einen Bedarf an dem haben, was Sie anbieten.

Und hier beginnt das Potenzial von Printmedien, denn schon die Masse an Rezipienten alleine steigert Ihre Erfolgschancen erheblich. Das ist einfache Mathematik: Zeigen Sie Ihr Angebot 100 Menschen, überzeugen Sie vielleicht fünf davon. Teilen Sie Ihre Botschaft dagegen mit 10 Millionen Menschen, wird Ihre Konversion statistisch gesehen erkennbar höher liegen. Was allgemein als Streuverlust betrachtet wird, kann für Sie also auch einen Streugewinn bedeuten.

Fazit

Fürchten Sie sich nicht übermäßig vor Streuverlusten. Denn die Kehrseite der gleichen Medaille liegt im Streugewinn. Und den können Sie nicht erzielen, wenn Sie Ihre Kommunikation auf die immer gleiche Zielgruppe reduzieren. Filtern Sie daher nicht permanent bereits im Vorfeld potenzielle Neukunden heraus, sondern ermöglichen Sie es sich neben Ihrer bestehenden Zielgruppe, noch eine zweite oder dritte zu entdecken. Begrenzen Sie Ihr Publikum nicht, sondern vergrößern Sie es.

Christoph Bauerfeind

Christoph Bauerfeind

ist seit März 2017 als Chefredakteur bei den deutschen journalisten diensten tätig. Er ist Experte bei der Keyword-Recherche und als Kameramann für das THEMENmacher.tv tätig.

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