So schreiben Sie die optimale Einleitung für Ihren Artikel

Einleitung schreiben
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Eine gute Überschrift und starkes Bildmaterial sind Pflicht, wenn Sie einen Artikel schreiben. Doch das allein reicht nicht. Es braucht auch eine durchdachte Einleitung, damit Ihr Artikel sowohl abgedruckt als auch gelesen wird.

Aus Erfahrung wissen wir, dass sich auch gestandene Journalisten mitunter damit schwertun, gelungene Einleitungen zu schreiben. Letztere werden oft als lästige Pflichtübungen betrachtet und dementsprechend stiefmütterlich behandelt. Manchmal fehlt aber auch einfach das Wissen um die Bedeutung der Einleitung. Machen Sie es besser!

Warum Einleitungen so wichtig sind

Wie lesen die Leute eine Zeitung oder Zeitschrift? Hierzu müssen Sie keine wissenschaftliche Studien bemühen. Betrachten Sie einfach Ihr eigenes Leseverhalten beim Durchblättern von Zeitungen. Sie werden feststellen, dass sich dieses meist in drei Phasen unterteilen lässt:

  1. Die Scan-Phase: Zunächst richtet sich Ihr Blick auf das Bild und die Überschrift eines Artikels. Dies geschieht in Sekundenschnelle. Danach entscheidet sich, ob Sie sich eingehender mit dem angebotenen Content befassen möchten – oder nicht.
  2. Die Schnupperphase: Sie wenden sich als Nächstes der Einleitung zu. Dies dauert – je nach Länge – etwa 10 bis 15 Sekunden. Nur wenn sich Ihr Anfangsinteresse nach Lektüre dieses „Appetizers“ gehalten oder idealerweise sogar noch weiter gesteigert hat, werden Sie sich dem gesamten Artikel widmen und es beginnt …
  3. … die eigentliche Lesephase.

Genau so, wie Sie als typischer Leser agieren, verhalten sich auch Redakteure in den Verlagshäusern. Dieses Leseverhalten trägt also maßgeblich zur Entscheidung bei, welcher Content es in die gedruckte Printausgabe schafft und welcher nicht.

Im Kern sind es also drei Content-Elemente, die darüber entscheiden, ob der eigentliche Text überhaupt gelesen wird: Das Bild, die Überschrift und die Einleitung. In früheren Blogbeitragen sind wir bereits auf die Themen Bildmaterial und Überschrift eingegangen. Höchste Zeit also, sich einmal mit der Frage zu befassen, was eine gelungene Einleitung ausmacht.

Die 3 Teile der Einleitung

Der formale Aufbau einer Einleitung lässt sich in folgende drei Bestandteile untergliedern:

1. Der spannende Einstieg

Hier geht es darum, die Aufmerksamkeit des Lesers gleich vom ersten Satz an zu fesseln, idealerweise eine regelrechte Sogwirkung entstehen zu lassen. Hierfür gibt es verschiedene Einstiegsvarianten, von denen ich hier vier exemplarisch vorstellen möchte:

  • Die direkte Leseransprache:
    „Kennen Sie das auch? Sie kommen gestresst von der Arbeit, wollen noch schnell etwas für sich oder Ihre Familie kochen, doch der Kühlschrank ist gähnend leer …“
  • Überraschende bis skurrile Daten und Fakten, die den Leser sofort aufhorchen lassen:
    „Er benötigt von Null auf 100 nur 2,4 Sekunden, verbraucht weniger als 1 Liter pro 1000 km und erfordert keinen Führerschein. Die Rede ist von… “
  • Eine kurze einfühlsame Geschichte:
    „Natalie Krempe ist geschockt. Soeben hat die 42jährige Hausfrau und Mutter von Ihrem Arzt die erschütternde Diagnose erhalten, die mit einem Schlag ihr ganzes Leben ins Wanken bringt: …“
    Hinweis: Diese Variante ist nur bei längeren Artikeln ratsam, da selbst eine kurze Einleitungsgeschichte mindestens drei bis vier Sätze benötigt, um die gewünschte Atmosphäre aufzubauen.
  • Einen humorvollen Einstieg: „Was haben Igel, Brausepulver und die Bundeskanzlerin gemeinsam?“
    Hinweis: Diese Variante sollten Sie nur anwenden, wenn der Witz wirklich neu, gut und unmissverständlich ist. Sonst kann sich die beabsichtigte Wirkung schnell ins Gegenteil verkehren.

2. Die Problemdarstellung

Hier sollte die Problemstellung, um die es in Ihrem Artikel dreht, grob umrissen werden. Es geht darum, dem Leser klarzumachen, weshalb gerade für ihn dieses Thema von besonderer Bedeutung oder Dringlichkeit ist. Letztlich ist dies auch der Part, in dem der sogenannte “Küchenzuruf” platziert werden sollte.

3. Angedeutete Problemlösung

Weisen Sie nun darauf hin, dass Sie für diese Problemstellung eine neue, überraschende oder sonst wie unbekannte Lösung anzubieten haben. Verraten Sie allerdings noch nicht zu viel. Schließlich soll der Leser ja den gesamten Artikel lesen.

Insgesamt dürfen Sie innerhalb der Einleitung die Leser durchaus locken. Das Stilmittel der Verführung ist hier völlig in Ordnung. Entscheidend ist allerdings, dass Sie das Versprechen, das Sie den Lesern geben, im Laufe des Artikels auch einlösen.

Die Kurzvariante: der Einleitungs-Dreisatz

Wenn Sie nur begrenzten Textraum für Ihre Einleitung zur Verfügung haben (weil z.B. der gesamte Artikel nicht länger als 2.000 Zeichen sein darf), hat sich der Einleitungs-Dreisatz bewährt. Diese Einleitungsvariante besteht tatsächlich nur aus drei Sätzen:

1. Der Einstiegssatz

Hier muss jedes Wort sitzen. Vermeiden Sie daher Banalitäten oder Floskeln. Greifen Sie einen spannenden Aspekt Ihres Themas heraus. Nutzen Sie dazu auch durchaus emotional aufgeladene Wörter. Wichtig ist: der erste Satz muss aufhorchen lassen. Inhaltlich darf er allerdings noch Fragen offen lassen.

2. Der Erläuterungssatz

Er setzt den überraschenden, gegebenenfalls sogar provokanten Einstiegssatz in den richtigen Inhaltsrahmen. Spätestens jetzt weiß der Leser, um was es wirklich geht.

3. Der Überleitungssatz

Dieser bringt den Hinweis auf das eigentlich Neue, die (überraschende) Problemlösung und schafft so die elegante Verbindung zum Hauptteil des Artikels.

Sie fragen sich vielleicht gerade, wie eine solche Einleitung konkret aussehen könnte? Hier ein Beispiel:

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Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

ist seit über 20 Jahren in geschäftsführenden Funktionen innerhalb der Medienbranche tätig (Online, Print und TV) mit Schwerpunkt-Expertise auf den Gebieten Content und Business Development. Seit 2014 ist Enno Müller Inhaber und Geschäftsführer der djd.

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