QR-Codes: Ideale Brücke von Print zum Web?

Scanning advertising with QR code on mobile phone
Foto: djd/thx
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Wie lassen sich Off- und Online-Welt geschickt miteinander verbinden? Oder präziser gefragt: Wie kann ich einen Zeitungsleser direkt zu meinem Content im Internet lenken? QR-Codes bieten hierfür einen spannenden Lösungsansatz. Sofern man sie richtig einsetzt:

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass mittlerweile nahezu jedes Plakat eines dieser schwarz-weißen Pixelquadrate, namens QR-Code, aufweist? Und nicht nur in der Außenwerbung, auch in immer mehr Zeitungen und Zeitschriften werden QR-Codes eingesetzt – teils im Rahmen von Anzeigen, teils aber auch im Anschluss an redaktionelle Beiträge. QR-Codes – die beiden Buchstaben stehen übrigens für Quick Response – stellen eine direkte Verbindung zwischen dem Content im Offline-Medium (Plakat, Zeitungsartikel) und der weiterführende Info im Internet her.

Die Handhabung ist simpel: QR-Code mit dem Handy abscannen und schon gelangt man auf die Zielseite im Internet – sei es ein Video, ein 360°-Foto, eine Checkliste, ein Online-Gutschein oder ähnliches. Voraussetzung ist allerdings, dass der Nutzer erstens über ein Smartphone verfügt und sich zweitens zuvor eine QR-Code-App heruntergeladen hat.

Doch ganz so leicht ist es in der täglichen Praxis dann wohl doch nicht. Denn mal Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal vor einem Plakat stehend oder während der heimischen Zeitschriftenlektüre einen QR-Code abgescant? Nein? QR-Codes, so mein Eindruck, haben beim Nutzer immer noch ein Akzeptanzproblem. Um erfolgreiche Crossmedia-Anwendungen zu realisieren, gehört anbieterseitig offensichtlich mehr dazu, als einfach nur einen QR-Code in einem Off-Line-Medium zu platzieren. Wir haben Ihnen mal fünf wichtige Grundregeln zusammengestellt:

1. Achten Sie auf Ihre Zielgruppe

Es klingt banal, wird aber immer noch erstaunlich oft missachtet: Wie bereits beschrieben, können QR-Codes nur über Smartphones abgerufen werden. Daher sollten Sie als erstes prüfen, ob sich Ihre bevorzugt angesprochene Zielgruppe überhaupt mit diesem Nutzerkreis deckt. Wenn nein, vergessen Sie QR-Codes. Wenn ja, sollten Sie darauf achten, dass die Zielseite, auf die Sie Ihren Nutzer verweisen möchten, für die Smartphone-Nutzung optimiert ist (Stichwort: responsive Design). Sonst endet das Online-Erlebnis für den User eher in einer Enttäuschung.

2. Bieten Sie Ihrem Nutzer einen echten Mehrwert

Der Scan eines QR-Codes ist zwar nicht schwer, aber letztlich doch mit einer gewissen Mühe verbunden. Sie müssen daher dem Handynutzer schon einen guten Grund bzw. einen echten Mehrwert bieten. Das sollte also nicht einfach nur Ihre Homepage sein. Zielführender sind ein direkter Link auf ein Video, auf Gratis-Leistungen, Rabatt-Vorteile, Downloads oder auf wirklich weiter führende Informationen zum Thema des Print-Artikels usw. Diesen Mehrwert sollten Sie dann auch im Offline-Medium explizit herausstreichen. Statt eines uninspirierten Hinweises: „weitere Infos per QR-Code“ sollten Sie Ihrem QR-Code eine starke Call-to-Action-Aufforderung mitgeben, die zum Scannen motiviert.

3. Pimp up your PR-Code

QR-Codes müssen nicht unbedingt hässlich sein. In Fotos integriert können QR-Codes durchaus attraktiv aussehen. Auch kann ein Teil der Matrix-Fläche für Bilder oder Ihr Logo genutzt werden und damit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Allerdings beachten Sie hier bitte stets: je stärker Sie sich in Farbe und Form vom Design eines klassischen QR-Codes entfernen, desto größer ist die Gefahr, dass der Code nicht mehr korrekt gelesen werden kann.

4. Achten Sie auf die richtige Größe des QR-Codes

Nicht jedes Handy kann auf sehr nahe Motive fokussieren. Wenn dann der Code zu klein ist, kann er vom Handy nicht entschlüsselt werden. So sollten QR-Codes in Zeitungen oder Zeitschriften eine Kantenlänge von mindestens 2 cm aufweisen, auf Plakaten dürfen es, je nach Entfernung zum potenziellen Leser, auch gern mal 50cm sein. Achten Sie auch auf ausreichend Kontrast.

5. Nutzen Sie den QR-Code als Instrument zur Response-Messung

Auch bei Beachtung der vier bisher genannten Hinweise sollte man die Erwartungen an die Interaktionsraten von QR-Codes nicht zu hoch ansetzen. Und dennoch können QR-Codes Sinn machen. Durch den Vergleich der Response-Zahlen unterschiedlicher QR-Code-Aktionen haben Sie nämlich einen prima Indikator zur Erfolgs-Messung von Offline-Kampagnen. Welches Thema, welches Medium, welches Angebot bringt die meisten Aufrufe? Nach einer Umfrage des E-Commerce-Center Köln (ECC Köln) setzen zwei Drittel der Unternehmen, die den Erfolg ihrer Printkampagnen digital auswerten, für solche und ähnliche Fragestellungen QR-Codes ein.

Auch wenn die Nutzung von QR-Codes in Deutschland nach wie vor (noch) nicht Standard ist, sollten Sie dieses Tool im Rahmen Ihrer Crossmedia-Strategie im Blick haben. Und bedenken Sie: Eine QR-Code-gestützte Kampagne stützt in der Regel allein schon durch die wirkungsvolle Leser-Ansprache den Erfolg des Unternehmens. Die Weiterleitung ins Internet bietet dann den wertvollen Zusatznutzen für besonders Interessierte.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller ist seit 2014 Inhaber und Geschäftsführer der djd GmbH & Co. KG. Erfahrung hat er bei Online-, Print- und TV-Medien mit dem Schwerpunkt Content Marketing.

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