Slow Media – ein spannender Ansatz für bewussten Medienkonsum

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Jeder Trend provoziert einen Gegentrend – auch in der Kommunikation. Angesichts der immer schnelleren Taktung im digitalen Zeitalter wächst bei vielen Verbrauchern der Bedarf nach Entschleunigung. Slow Media heißt das Stichwort. Erfahren Sie, wie Sie diesen Gegentrend für Ihre Content-Marketing-Strategie nutzen.

Keine Frage: Die digitale Kommunikation hat sich in den letzten Jahren weiter beschleunigt. Aktuell prasseln die Posts und Feeds in hoher Schlagzahl auf die Konsumenten nieder. Und diese Entwicklung wird in Zukunft voranschreiten. Live-Streaming, Ultrakurz-Videos und Instant-Kommunikation via Tweets und Snaps sind einige Beispiele.

Die neueren Social Media-Formate sind gerade durch die beabsichtigte zeitliche Verkürzung groß geworden: Bei Snapchat sind es die sich sozusagen selbst zerstörenden Nachrichten. Digitale Kommunikation nähert sich also weiter der Geschwindigkeit direkter Kommunikation an. Mit dem Unterschied, dass immer mehr „Gespräche” zur gleichen Zeit geführt werden. Für Sie als Kommunikations-Verantwortliche stellt dies eine Herausforderung dar. Angesichts des hektischen Medienkonsums auf neuen Kanälen wird es zunehmend schwerer, mit Ihren Botschaften bei den Verbrauchern durchzudringen.

Andererseits wächst gerade im großen Getöse das Bedürfnis nach Klarheit, Tiefgang und Entschleunigung. Slow Media heißt das Stichwort – sozusagen die kleine Achtsamkeitsübung im großen Mediengetümmel.

Was macht Slow Media aus?

4 wesentliche redaktionelle Anforderungen an Slow-Media-Content lassen sich zusammen fassen:

  • Hohe inhaltliche Qualität: Das versteht sich von selbst – bei Slow Media geht es um gute und schöne Inhalte, die lange Freude machen. Im besten Falle besitzen diese Inhalte eine Strahlkraft, die über das dargebotene Format hinausreicht.
  • Monotasking: Slow-Media-Content ist kein Informationshäppchen für den schnellen Konsum nebenbei, sondern zieht die volle Aufmerksamkeit des Lesers auf sich.
  • Zeitlose Inhalte: Slow-Media-Content hat eine lange Lebensdauer. Außerdem ist er so gut gemacht, dass man ihn gerne mehrmals liest, hört oder anschaut. Deshalb ist diese Form der Content-Produktion nachhaltig: Slow Media ist kein Wegwerfprodukt.
  • Handwerklich erstellter Content: Slow-Media-Content wird sorgfältig produziert und das merkt man auch.

Zahlen und Fakten zu Slow Media

Dass die Idee von einem entschleunigten und bewussteren Medienkonsum mehr als nur ein Gedankenkonstrukt ist, wird durch zahlreiche aktuelle Untersuchungen untermauert. Slow Media trifft ganz einfach den Bedarf vieler Konsumenten.

Eine anwenderbezogene Slow-Media-Basisstudie förderte interessante Ergebnisse zu Tage:

  1. Über 90 % der Deutschen finden es wichtig, sich voll und ganz auf das zu konzentrieren, was sie gerade machen.
  2. Fast 70 % genießen es, beim Lesen, beim Surfen im Internet oder beim Sehen von Filmen in eine andere Welt abzutauchen.
  3. Für 75 % der Befragten ist Qualität das wichtigste Entscheidungskriterium beim Einkauf.

Übertragen auf den Medienkonsum legen diese Ergebnisse nahe, dass sich viele Verbraucher oft lieber einem Medium intensiv als mehreren gleichzeitig widmen wollen, und eine hohe redaktionelle Qualität mit Tiefgang vorziehen. Andere Studien kommen zum Ergebnis, dass das viel beschworene Multitasking alles andere als effizient ist. Es lässt unseren IQ sinken lässt und im Extremfall kann es sogar krank machen.

Eine Studie der Blogging-Plattform „Medium“ zeigt, dass es auch im Internet weniger die Echtzeit-Info-Kurzhappen sind, sondern vielmehr die durchdachten und mit Sorgfalt erstellten Formate, die von den Lesern dank ihrer inhaltlichen Qualität geschätzt und geteilt werden.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller ist Inhaber und Geschäftsführer der djd GmbH & Co. KG.

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