Rückblick: World Usability Day 2018

World Usability Day 2018 in Würzburg
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Rückblick: World Usability Day 2018 mit eigener Beteiligung

Experience ist immer ganzheitlich! Daher müssen alle aus einem Unternehmen an der Gestaltung ebenjener teilhaben und sie aus Customersicht erleben, um sie positiv gestalten zu können“.

Bereits seit 2005 findet der World Usability Day statt – seit 2013 auch jährlich in Würzburg – und 2018 auch erstmals mit der aktiven Beteiligung der djd Themenmacher.

Unter dem Motto „Design for Good and Evil“ wurde über die Funktion und Ethik der Usability im Unternehmenskontext und bei der Gestaltung von Benutzerschnittstellen und UIs referiert und diskutiert. Veranstaltungsort des stets wechselnden Events war in diesem Jahr die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt.World Usability Day 2018 in Würzburg

Nach der alljährlichen Eröffnung durch Prof. Dr. Jörn Hurtienne wurde das Thema UI Design im industriellen Kontext thematisiert. Hauke Thorenz von GTI-Control sprach über die unterschiedlichen Facetten und Herausforderungen bei Gestaltung und Prototyping von Mobile- und Webpanels in der Industrie 4.0.

Marcella Makowski von Fresenius Medical Care berichtete im Anschluss daran von den komplexen Bürokratien innerhalb des Medizinsektors und den damit verbundenen Hürden. Wurde in den letzten Jahren das Thema „Gebrauchstauglichkeit“ in diesem Bereich noch stark vernachlässigt, bringt die Entwicklung eines neuen Medizinprodukts inzwischen eine schier abstruse Menge an Dokumentation und Testszenarien mit sich, die notwendig sind, um ein Produkt anforderungsgerecht auf den Markt zu bringen. Um das Testlabor dürften sie allerdings einige beneiden.

Spannend und unterhaltsam ging es dann im letzten Vortrag vor der Pause rund um das Thema Usable Security. Robert Tscharn (Detecon International & fünfpunktnull) präsentierte in vielen anschaulichen Beispielen, wie der Faktor Mensch oft die eigentlich ausgeklügelten Sicherheitsmechanismen negativ beeinflusst bzw. unsachgemäß nutzt und damit genau zum Gegenteil führt. Statt sicherer werden Systeme unsicherer und dadurch noch schwieriger zu nutzen. Es gibt aber auch vielversprechende Lösungen wie beispielsweise Security Dongles oder die 2-Faktor Authentifizierung, die trotz hoher Sicherheitsstandards noch „usable“ sind.

Johannes Metz auf dem WUD2018Frisch gestärkt durfte ich dann nach der Pause das Publikum mit dem Vortrag „Warum Customer Experience (CX) in die Chefetage gehört“ aus dem Nachmittagstief locken. Ziel war es hierbei, den Anwesenden die hohe Relevanz von Customer Experience innerhalb moderner Unternehmen näher zu bringen. Kurze Entwicklungszyklen, die sehr nahe am Kunden stattfinden, profitieren von CEOs und Führungskräften, die es verstanden haben, nutzerzentriert zu denken und die dafür notwendige fachliche Expertise als auch nützlichen Softskills wie Empathie und soziale Intelligenz mitbringen. Die KPI basierte Steuerung eines Unternehmens orientiert sich in Zukunft verstärkt an customer-relevanten Kennzahlen und sorgt somit für einen hohen CX-Reifegrad im Unternehmen. Nur so können Disziplinen wie Business Intelligence (BI), Performance Markting, klassisches Marketing, SEO etc. sinnvoll eingesetzt werden.

Experience ist immer ganzheitlich! Daher müssen alle aus einem Unternehmen an der Gestaltung ebenjener teilhaben und sie aus Customersicht erleben, um sie positiv gestalten zu können“.

User ExperienceFlorianFuchsDanach konnte ich mich entspannt dem Vortrag von Florian Fuchs widmen, der sich einem Thema annahm, das in meinen Augen in Zukunft noch viel mehr an Bedeutung gewinnen wird und aus dem Alltag eines UX/UI-Designer gar nicht mehr wegzudenken ist. Die Rede ist von Pattern Libraries. An einem Praxisbeispiel von CaderaDesign konnten anschaulich die Vorteile und Flexibilität der modularen Strukturen aufgezeigt werden. Einmal erstellt ist eine Pattern Lab ein starkes Instrument in der Gestaltung und Pflege von User Interfaces (UI) und ein praktisches Mittel für die flexible Erstellung von individuelle Interfaces.

Fast schon ein Ritual beim WUD war dann der Talk von Katrin Schneider und Steffen Hartmann, die als Besatzung und Abgesandte der Mayflower GmbH jedes Jahr das Event mit einer ordentlichen Prise Witz und „Out of the Box“ Denken beendeten. Am Beispiel Hannibal Lector und dem Schlagwort „Empathie“ griffen sie das Thema der Veranstaltung „Design for Good and Evil“ nochmals auf und zeigten anhand verschiedener Dark Patterns, welche negative Auswirkungen (bewusst gewähltes) Design haben kann.

 

Johannes Metz

Johannes Metz

verantwortet seit Oktober 2017 die Bereiche Online & Business Development und entwickelt neue Ansätze rund um das Thema Usability und Customer Experience bei djd.

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