6 Tipps für Slow-Media-Content-Marketing

Slow Media im Content Marketing
Foto: djd/Unsplash Alex Blajan
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Es liegt auf der Hand, dass gerade Slow-Media-Content ideal (und in vielen Fällen vermutlich auch besser als Fast-Media-Content) dazu geeignet ist, Ihre Unternehmens- oder Produktbotschaften beim Verbraucher zu platzieren. Wir von djd können auf diesem Gebiet auf eine langjährige Erfahrung im Print- und auch im Online-Bereich zurückblicken. Daher möchten wir 6 Tipps mit Ihnen teilen, die sich bei der Erstellung qualitativ hochwertiger Inhalte bewährt haben.

1. Stellen Sie den Verbraucher und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt

… und nicht Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen. Denn – auch wenn das hart klingen mag: Kaum ein Verbraucher interessiert sich per se für Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt.
Aber die Menschen sind immer an der Lösung ihrer eigenen Probleme interessiert. Zunächst sollten Sie also in Erfahrung bringen, nach welchen Lösungen Ihre Zielgruppe sucht. Tipps dazu geben wir hier. Wie kann Ihr Produkt also Teil dieser Lösung sein? Nur wenn Sie auf diese Frage eine Antwort finden, können Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe erlangen.

Falls Sie eine relevante Lösung für ein Verbraucherproblem zu bieten haben, machen Sie diese zur Kernaussage Ihres Content. Dann kommt Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung fast wie von selbst ins Spiel – und das auch direkt in einem positiven Kontext.

2. Achten Sie auf den Mehrwert

Stellen Sie sich stets vorher die Frage, ob die Lektüre Ihres Textes seinem Leser „etwas bringen“ wird. Warum sollte jemand Ihren Text lesen? Wenn Sie darauf keine schlüssige Antwort finden, sollten Sie Ihre Themenwahl lieber noch einmal überdenken. Und Achtung: Mehrwert-Aussagen wie “Der Leser erfährt, dass wir ein tolles Unternehmen sind” bieten nicht den praktischen Mehrwert, den wir hier meinen.

Allerdings kann der Begriff „Mehrwert“ durchaus Verschiedenes bedeuten. Hier einige Beispiele:

  • Eine neue relevante Information zu einem Thema (die nicht direkt Ihr Produkt bewirbt, aber beispielsweise eine Kaufentscheidung beeinflussen kann).
  • Ein hilfreicher Ratschlag oder Tipp
  • Ein „Aha-Effekt“, der den Leser eine Fragestellung oder eine Situation anders bewerten lässt
  • Eine Lektüre mit hohem Unterhaltungswert

… Oder auch etwas ganz anderes: Bleiben Sie kreativ, denken Sie an Ihre Zielgruppe und vergessen Sie nicht, dabei Ihre eigene Perspektive immer wieder kritisch zu hinterfragen

3. Bieten Sie Slow-Media-Content mit Tiefgang

Beim Slow-Media-Content können Sie davon ausgehen, dass Ihr Leser bereit ist, sich zumindest für ein paar Minuten voll und ganz Ihrem Inhaltsangebot zu widmen. Anders als in der kurzatmigen Twitter- oder Facebook-Welt können Sie daher ruhig auch ein wenig ausholen. Sie haben schließlich zu einem für Ihre Leser relevanten Thema (siehe 1.) etwas Mehrwertiges (siehe 2.) zu sagen. Wenn Sie eine gute Geschichte haben, erzählen Sie diese! Und zwar in ihrer ganzen, spannenden Dramaturgie. Geben Sie – z.B. bei komplexen Gedankengängen – Ihren Lesern auch die Chance, Ihnen Schritt für Schritt zu folgen und nebenbei vielleicht auch ihren Horizont zu erweitern.

Lassen Sie die Gegebenheiten Ihrer Zielmedien aber auch nicht völlig außer Acht! Wenn Sie planen, in den Printmedien Veröffentlichungen zu erreichen, sind Sie letztlich vom guten Willen des Redakteurs sowie dem Platzangebot des jeweiligen Mediums abhängig. Aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung können wir hier sagen: Textlängen von ca. 2.000 Zeichen pro Artikel haben sich bewährt.

Online gibt es zwar selten eine technische Platzgrenze, aber auch hier sollten Sie sich an den Gepflogenheiten des Zielmediums orientieren, wenn Sie beispielsweise einen Gastbeitrag für einen Blog schreiben. Schreiben Sie für Ihr eigenes Medium, trauen Sie sich ruhig, auch 4.000 bis 6.000 Zeichen zu verfassen. Wenn Ihre Story es wert ist, wird sie auch bis zum Ende gelesen werden.

… Aber auch nur dann! Und daraus folgt, dass Sie es auch in die andere Richtung nicht übertreiben sollten. Blasen Sie Ihr Thema nicht künstlich auf, und schreiben Sie nie länger, als es die Relevanz Ihres Themas erfordert.

4. Achten Sie auf redaktionelle Qualität

Neben der inhaltlichen Substanz erwartet der Slow-Media-Leser von Ihnen auch handwerkliche Qualität.
Achten Sie zunächst darauf, dass die Basics stimmen:

  • Korrekte Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik
  • Stilsichere und zielgruppengerechte Tonalität
  • Sauberer Textaufbau und ordentliche Gliederung

Mit der Einhaltung dieser Grundlagen erweisen Sie Ihren Lesern Respekt – und nicht zuletzt färbt der positive Eindruck eines professionell erstellten Inhalts auch auf Ihr Unternehmen und Ihre Produkte ab.

Darüber hinaus stellen Sie sich einmal die Frage, was Ihren Text sonst noch wirklich lesenswert macht. Ist er gut geschrieben? Sind die Informationen vielleicht an einer Stelle zu knapp ausgefallen, oder hat der Text unnötige Längen? Gibt es einen Küchenzuruf? Kann man die Kernbotschaft vielleicht (noch) unterhaltsamer transportieren? Befinden wir uns auf Augenhöhe mit unseren Lesern? Oder schreiben wir vielleicht an ihnen vorbei, weil wir aus unserer Unternehmens- oder Fachperspektive erzählen, statt auf unsere Leser einzugehen?

Das Internet ist voll von lieblos und zum Teil sogar automatisiert erstellten Inhalten. Zeigen Sie Ihren Lesern, dass Sie mehr zu bieten haben!

5. Bieten Sie Ihrem Leser möglichst zeitlosen Content

Diese Empfehlung gilt insbesondere für Online-Veröffentlichungen. Wenn Sie Ihre SEO-Hausaufgaben gemacht haben und Ihre Inhalte von hoher Relevanz für Ihre Leser sind, können Sie mit Ihrem Content nicht nur kurzfristig, sondern unter Umständen sogar über Jahre hinweg Leser finden. Daher sollten Sie nach Möglichkeit alles vermeiden, was eine zeitliche Vergänglichkeit suggeriert und Ihren Text schon nach kurzer Zeit alt aussehen lässt. Verzichten Sie beispielsweise auf aktuelle Aufhänger (wie z. B. die Olympischen Spiele, den Herbstanfang oder ähnliches). Was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung durchaus gefällig daherkommt, lässt Ihren Text schon vier Wochen später reichlich angestaubt erscheinen, selbst wenn die Kernbotschaft Ihres Contents nach wie vor aktuell ist.

6. Setzen Sie auch oder verstärkt auf Print

Wie Untersuchungen ergeben haben, werden Printmedien im Vergleich zu anderen Mediengattungen vom Verbraucher in aller Regel als Primärmedium und nicht als Nebenbei-Berieselung eingesetzt. Mit anderen Worten: Wer eine Zeitung oder Zeitschrift liest, nimmt sich hierzu Zeit und lässt sich bewusst auf dieses Medium ein. Mag sein, dass im Hintergrund das Radio oder der Fernseher läuft. Die eigentliche Aufmerksamkeit des Verbrauchers gilt jedoch in diesen Minuten eindeutig der Zeitung oder Zeitschrift, die man gerade in den Händen hält. Entsprechend hoch ist das Aufmerksamkeits-Level des Lesers. Hier können Sie also mit gut gemachtem Content besonders punkten. Nutzen Sie diese Gelegenheit!

Fazit  

Auch wenn die Slow-Media-Bewegung sicherlich nicht die bestehende Fast-Media-Kultur ersetzen wird, gewinnt sie als Gegentrend an Bedeutung. Denn der Kunde ist heute immer stärker multioptional ausgerichtet, das heißt er will beide Arten der Kommunikation, und nutzt sie dann, wenn er es für passend erachtet: den schnellen Info-Happen für zwischendurch, aber eben auch den längeren Qualitäts-Content mit Tiefgang. Und gerade letztgenannte Variante bietet Ihnen als Kommunikations-Verantwortliche hervorragendes Potenzial, Ihre Zielgruppe mit Ihren Botschaften zu erreichen.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller ist seit 2014 Inhaber und Geschäftsführer der djd GmbH & Co. KG. Erfahrung hat er bei Online-, Print- und TV-Medien mit dem Schwerpunkt Content Marketing.

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