Content Marketing per Erklärvideo – 7 Tipps

Screenshot youtube Video verspannter Nacken Frau am Schreibtisch
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Storytelling wird immer wichtiger. Doch nicht jede „Story“ funktioniert per Text. Auch nicht mit ein oder zwei Fotos. Die Lösung: Ein gezeichnetes Erklärvideo. Überzeugende Wirkung mit vergleichsweise geringem Aufwand – und somit auch für den Mittelstand spannend!

Alle lieben Videos: Bereits heute macht das Anschauen von Web-Videos etwa ein Drittel aller Online-Aktivitäten aus. Und dieser Anteil soll nach Schätzungen des US-Konzerns Cisco bis 2019 auf rund 80 Prozent ansteigen. Diesen Trend können Sie sich zunutze machen, indem Sie für Ihre Kunden-Kommunikation Videos verwenden.

Was aber tun, wenn Sie ein anspruchsvolles Thema zu kommunizieren haben? Denken Sie beispielsweise an Gesundheitsthemen, Versicherungsprodukte oder die Funktionsweise eines neuen Heizungssystems. Da wird ein klassisches Video entweder schnell langweilig oder ist nur mit großem Aufwand überzeugend zu machen. Die Lösung für dieses Problem bieten sogenannte Erklärvideos.

Hierunter verstehen wir ein- bis zweiminütige Formate, die mit Hilfe von Zeichnungen und Bildern alle relevanten Informationen vermitteln. Ein Beispiel für ein solches Erklärvideo finden Sie hier. Auf Basis von zahlreichen Kundenprojekten möchte ich heute sieben Punkte näher beleuchten, die für den Erfolg von Erklärvideos entscheidend sind:

1. Tipp: Wählen Sie das geeignete Thema für Ihr Erklärvideo

Nicht jedes Thema eignet sich für ein Erklärvideo. Denn bitte bedenken Sie: es handelt sich nicht um ein Werbe- oder Produktfilmchen, sondern um ein Video, bei dem Sie dem Interessenten einen bestimmten Sachverhalt verständlich machen wollen. Stellen Sie sich daher zunächst die Frage: „Was fragen uns Interessenten – und wo reichen Worte manchmal nicht aus, um die Frage gut zu klären?“

Beste Quelle hierfür sind Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Vertrieb. Bei welchen Themen müsseb sie regelmäßig zu langatmigen Erläuterungen ausholen, ohne dass sie am Ende das Gefühl haben, beim Kunden wirklich durchgedrungen zu sein? Sofern es sich hierbei um erfolgskritische Aspekte handelt, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Thema identifiziert, das für ein Erklärvideo prädestiniert ist. Weitere Anregungen, wie Sie aus Ihren Marketing-Zielen Themen generieren, finden Sie hier.

2. Tipp: Erst das Storyboard, dann die Zeichnungen

Bevor Sie einen Grafiker mit der Erstellung der Zeichnungen beauftragen, muss das Storyboard stehen – also ein möglichst genaues Konzept, was in Ihrem Video inhaltlich passieren soll. Am besten halten Sie fest, wie es didaktisch umgesetzet sein soll. Orientieren Sie sich bei der Konzeption Ihres Storyboards an folgender klassischen Dreiteilung:

  • Problemdarstellung
  • Erklärteil: wie entsteht das Problem und wie lässt es sich lösen?
  • Überleitung zu Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung als konkrete Lösung

3. Tipp: Stellen Sie das Problem in den Mittelpunkt

Natürlich wollen Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung im Erklärvideo erwähnen. Widerstehen Sie jedoch der Versuchung, Ihr Produkt in den Mittelpunkt Ihres Videos zu stellen. Denn dann ist es letztlich doch “nur” ein Werbefilm. Die Besonderheit von Erklärvideos besteht darin, dass sie sich zur Ansprache von Menschen eignen, die sich erst am Anfang der sogenannten Customer Journey befinden.

In dieser Phase möchte sich der Verbraucher vor allem orientieren. Vielleicht muss bei ihm sogar das Bedarfsbewusstsein erst geweckt werden. Gehen Sie stattdessen vom Alltagserleben Ihrer Zielgruppe aus. Schildern Sie eine typische Situation, in der ein Verbraucher vor einem relevanten Problem steht – und zeigen Sie dann eine plausible Lösung auf.

4. Tipp: Fassen Sie sich kurz

Ein häufiger Fehler bei der Erstellung von Erklärvideos besteht darin, zu lange Videos zu produzieren. Das kostet zum einen unnötig viel Geld. Zum anderen tun Sie dem späteren Betrachter mit einem langen Video keinen Gefallen. Die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen nimmt immer mehr ab. Eine Microsoft-Studie beziffert sie mittlerweile auf etwa 8 Sekunden.

Selbst wenn Sie davon ausgehen, dass Ihr späterer Zuschauer ein gewisses Interesse für Ihr Thema mitbringt, sollten Sie es in 60 bis allerallerallerhöchstens 120 Sekunden erklärt haben. Kürzen Sie daher alles aus dem Storyboard heraus, was nicht unmittelbar dem Erklärziel dient. Kommen Sie ziemlich direkt zur Sache und verzichten Sie auf überflüssige Handlungen, die die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf unwichtige Nebenschauplätze lenken.

5. Tipp: Verzichten Sie auf Animationen!

Gezeichnete Videos sind keine Zeichentrickfilme. Wenn Sie daher Ihr Budget schonen wollen, sollten Sie auf Animationen verzichten. Statt also beispielsweise aufwändige Simulationen vom Blutkreislauf produzieren zu lassen, erreichen didaktisch gut aufbereitete statische Grafiken in aller Regel den gleichen Erkenntniseffekt für den Zuschauer, sind jedoch deutlich preiswerter.

6. Tipp: Achten Sie auf eine professionelle Vertonung!

Während man bei der Erstellung der Zeichnungen oft mit akribischer Sorgfalt zu Werke geht, mit dem Grafiker jeden Strich und jede Farbe bis ins letzte Detail bespricht, wird der Vertonung deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Nach dem Motto: „Den Text kann doch einer von uns aufsprechen. Herr Meier hat doch eine ganz gute Stimme”. Irrtum!

Unterschätzen Sie nicht die Wirkung einer professionellen Vertonung. Ein Profi-Sprecher ist in der Lage Ihrem Thema die richtige Tonalität zu verleihen. Oder umgekehrt: ein zeichnerisch noch so brilliant erstelltes Erklärvideo ist nahezu entwertet, wenn der Sprecher und die Hintergrundvertonung amateurhaft daherkommen.

7. Tipp: Sorgen Sie für die angemessene Verbreitung Ihres Videos

Ihr Projekt „Erklärvideo“ ist mit dessen Produktion noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Ob Ihr Video ein Erfolg wird, hängt natürlich davon ab, wie viele Menschen Sie damit erreichen. Das Netz ist voll gut gemachten Videos, die jedoch offensichtlich kaum jemand abruft. Das ist herausgeschmissenes Geld.

Was also tun, damit es Ihrem Erklärvideo nicht so ergeht? Basis der Verbreitung ist fast immer die Veröffentlichung auf YouTube und anderen Portalen. Je nach Einzelfall können Sie diese Präsenz durch eine Platzierung auf Facebook, Twitter oder anderen Social-Media-Kanälen oder auf Ihrer eigenen Homepage ergänzen.

Eine hochinteressante Möglichkeit, die Views auf Ihrem Erklärvideo zu steigern, bietet sich, wenn Sie parallel zu Ihrem Erklärvideo auch Print-PR betreiben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sogenannte Crossmedia-Links, also geschickt in den Printartikel integrierte Querverweise auf das Erklärvideo, dessen Abrufraten deutlich beflügeln.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller ist Inhaber und Geschäftsführer der djd GmbH & Co. KG.

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