5 Tipps zur rechtssicheren Nutzung von Bildmaterial

Bildmaterial im Content Marketing
Foto: djd/thx
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„Vorsicht Falle!“ gilt bei der Nutzung von Bildmaterial für Ihr Content Marketing. Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Urheberrechte zu verletzen – ohne es zu wollen. Und das kann nicht nur Ärger geben, sondern auch ganz schön teuer werden!

Gutes Bildmaterial ist für Ihre Content-Marketing-Arbeit von entscheidender Bedeutung – egal ob in Print oder Online. Auf Bilder zu verzichten, ist daher keine Lösung. Es braucht aber den korrekten Umgang mit dem Bildmaterial.

Grundsätzlich gilt: Weder ein gezahltes Honorar an einen Fotografen noch eine gekaufte Bildlizenz bedeuten automatisch, dass die Nutzung des Bildmaterials für die Medienarbeit zulässig ist. Sogar bei selbst geschossenen Fotos sind Regress-Forderungen möglich. Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen unterlaufen hier – oft aus Unkenntnis – Fehler.

Das Thema „Bildrechte“ ist naturgemäß sehr komplex, sodass eine umfassende Darstellung aller Regelungen und Sonderfälle den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen würde. Abgesehen davon sollten Sie im Zweifel einen Fachanwalt hinzuziehen. Nach unserer langjährigen Erfahrung lassen sich viele Risiken umschiffen, wenn Sie bei der Nutzung von Bildern für Content-Marketing-Zwecke insbesondere folgende fünf Punkte beachten:

1. Liegt die Zustimmung der abgebildeten Personen vor?

Egal, ob Models, Mitarbeiter oder fremde Menschen: Ohne Zustimmung ist die Abbildung und Veröffentlichung von Personen für Content-Marketing-Zwecke nicht zulässig. Und das gilt unabhängig davon, ob Sie selbst fotografieren, einen Fotografen beauftragen oder ein Bildarchiv nutzen.

Dies erklärt übrigens auch, weshalb so viele PR-Fotos die Personen nur von hinten zeigen: Wer definitiv nicht zu erkennen ist, muss auch nicht um Erlaubnis gefragt werden. Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, sollten Sie sich die Zustimmung am besten immer schriftlich geben lassen.

2. Auch Sachen haben Rechte am Bildmaterial

Was viele nicht wissen: Auch Kunstwerke, fremde Markenzeichen, unter Umständen sogar Tiere im Zoo dürfen nicht ohne weiteres für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Es gibt mittlerweile eine ganze Industrie, die davon lebt, sich die Rechte von Gemälden, Museumsexponaten zu sichern und zu vermarkten. Auch hier sollten Sie zuvor den Rechte-Inhaber ausfindig machen und eine entsprechende Nutzungsgenehmigung einholen.

3. Haben Sie sich alle notwendigen Rechte vom Fotografen gesichert?

Neben den Rechten des im Bild dargestellten Objekts sind auch die Rechte des Fotografens zu beachten. Fotografen haben zunächst immer das Urheberrecht an ihren Aufnahmen. Sofern das nicht anders geregelt ist, können sie daher Zweitnutzungs-Honorare für die Veröffentlichungen fordern. Dann wird erfolgreiche Content-Marketing-Arbeit nicht nur teuer, sondern belastet auch die Zusammenarbeit mit den Medien, an die sich der Fotograf in der Regel wendet.

4. Achten Sie auf die Nutzungsbedingungen von Bildarchiven

„Dann besorge ich mir halt ein Bildmaterial aus einem Archiv“, werden Sie jetzt vielleicht denken. Keine schlechte Idee, aber damit ist nicht automatisch gewährleistet, dass die Nutzung für ein Bild zulässig ist. Manchmal sind bestimmte Nutzungsformen von Bildern ausgeschlossen. Häufiger Irrtum auch: Nicht jedes Bildarchiv hat die Rechte an den angebotenen Motiven.

Dann können für jedes Foto unterschiedliche Bedingungen gelten. Und selbst wenn urheberrechtlich scheinbar alles klar ist, weil Sie ein „lizenzfreies Foto“ einsetzen, sind Sie nicht automatisch aus dem Schneider. Beispiel Fotolia: Wird bei diesem beliebten Bildarchiv nur eine Standard-Lizenz erworben, reicht diese für Content-Marketing-Zwecke nicht aus. Nur mit der (teureren) erweiterten Lizenz ist es erlaubt, „das Werk in Verbindung mit einer Pressemitteilung, die Waren oder Dienstleistungen in den Medien bewirbt, zu nutzen, zu vervielfältigen, zu verbreiten und auszustellen“.

Die Formulierung „lizenzfrei“ ist also oft irreführend. Sie bedeutet keineswegs, dass es keine Nutzungsbedingungen gibt. Lediglich eine zeitliche Beschränkung und ein Honorar für jede einzelne Nutzung durch den Lizenznehmer gibt es hier nicht. Auch in anderen Fällen muss geprüft werden, was der Anbieter zulässt und was nicht. So gibt es beispielsweise viele Motive, die zwar privat kostenfrei oder günstig heruntergeladen und genutzt werden können, aber nicht von Unternehmen.

5. Beachten Sie die Vorgaben zur Nennung der Bildquelle

Ein weiterer häufiger Fehler bei der Nutzung von Bildarchiven oder Fotografen-Bildern besteht darin, dass der Lizenznehmer die Nennung der Bildquelle unter den Tisch fallen lässt. Die ist aber meist genau vorgegeben. Eine Unterlassung bedeutet, dass die Lizenz-Vereinbarung nicht eingehalten wurde. Und das kann, wie auch die oben genannten Rechteverstöße, nicht nur lästigen Ärger bedeuten, sondern auch Abmahn-Gebühren oder Schadenersatz-Forderungen (zum Beispiel wegen des Verstoßes gegen das Urheberrecht) nach sich ziehen.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller ist Inhaber und Geschäftsführer der djd GmbH & Co. KG.

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