4 Content-Marketing-Trends 2018 (und was Sie daraus lernen können)

Content Marketing Trends 2018
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Content Marketing hat sich inzwischen bei vielen Unternehmen als strategischer Ansatz fest etabliert. Doch wohin geht die weitere Entwicklung? Auf welche Änderungen müssen Sie sich in 2018 einstellen? Wir haben die wichtigsten Trends und Expertenmeinungen für Sie zusammengefasst und analysiert.

Zu Jahresbeginn haben Trendforscher stets Hochkonjunktur. Ob Mode, Möbel, Börse oder Politik – zu allen Themenbereichen gibt es Experten, die die wichtigsten Trends parat haben, auf die unbedingt zu achten ist. Warum also sollte dies beim Thema Content Marketing anders sein? Und tatsächlich, wenn Sie „Content Marketing Trends 2018“ in den Suchschlitz von Google eingeben, erhalten Sie etliche Listicles zu genau diesem Thema. Ich habe mir die wichtigsten Beiträge mal zu Gemüte geführt und aus der Fülle an verschiedenen Prognosen vier Trends herausgegriffen, die die meisten Branchenexperten in 2018 für besonders relevant halten:

1. Content-Marketing-Trend: Smart Data statt Big Data

Noch bis vor Kurzem wurde von vielen Beratern und Branchen-Gurus „Big Data“ als heiliger Gral des Marketing propagiert. Inzwischen jedoch hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die bloße Sammlung von Datenbergen eher zu Datenmüll als zu einer verbesserten Kundenansprache führt (eine Erkenntnis übrigens, zu der man mit etwas Nachdenken auch schon früher hätte kommen können und zugleich ein gutes Beispiel dafür, keinesfalls einfach blind Expertenmeinungen und Buzzword-Hypes zu folgen).

Künftig, so die Experten heute, wird es also primär darum gehen, die für das eigene Geschäft wirklich wichtigen Daten herauszufiltern und sie in verwertbare Informationen zu transformieren. Hierzu wird es immer mehr technische Tools geben. Mit deren Hilfe ist es beispielsweise möglich, den Content (zum Beispiel eine Webseite) datenbasiert in Sekundenbruchteilen auf die individuellen Bedürfnisse des Users zuzuschneiden. Was uns automatisch zum nächsten Trend führt:

2. Content-Marketing-Trend: Zunehmende Personalisierung von Content

Anstatt einen einzigen Inhalt zu kreieren und diesen flächendeckend zu vermarkten, werden Unternehmen vermehrt dazu übergehen, pro Kampagne zahlreiche Varianten eines Contents zu produzieren. Ziel dabei: Jede Content-Variante soll ein unterschiedliches Kundensegment ansprechen. Neuartige Tools, zum Beispiel von YouTube, ermöglichen schon heute die Aufsplittung eines Basisvideos in zahlreiche Untervarianten. Angeblich konnten US-Konzerne wie Campbell oder McDonald‘s bei ersten Tests mit solchen hyperpersonalisierten Videos bereits gute Ergebnisse erzielen.

3. Content-Marketing-Trend: (Live-)Videos

Apropos Videos: Nach Ansicht vieler Experten wird sich auch in diesem Jahr der Bedeutungszuwachs des Bewegtbildes fortsetzen. Eine besondere Rolle könnten dabei sogenannte Live-Videos spielen. Hierunter versteht man Inhalte, die beispielsweise in den Social-Media-Apps exklusiv und live ausgespielt werden. Live-Videos erzielen, so die Experten, gute Interaktionsraten und bieten aufgrund der Echtzeit-Situation ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Authentizität.

4. Content-Marketing-Trend: Influencer Marketing (User Generated Content)

Ähnlich wie das Thema Video ist die Einbindung von Influencern nichts grundsätzlich Neues im Content Marketing. Schon seit längerem versuchen Firmen gezielt, Blogger, YouTuber oder Instagrammer, die über eine große Fangemeinde verfügen, als Markenbotschafter einzusetzen. Eher neu und somit trendweisend ist hingegen die Erkenntnis, dass es bei der Suche nach geeigneten Influencern gar nicht so sehr auf die ganz großen, omnipräsenten Social-Media-Stars mit siebenstelligen Follower-Zahlen ankommt.

Diese machen sowohl aus Budget- als auch aus Glaubwürdigkeitsgründen oft gar keinen Sinn. Das Hauptaugenmerk der Firmen wird sich nach Ansicht vieler Experten daher künftig eher auf sogenannte Micro-Influencer richten. Also auf jene hochaktiven Meinungsmultiplikatoren, die zwar nur eine vergleichsweise kleine, dafür aber sehr spezialisierte und hoch engagierte Netzgemeinde um sich scharen.

Was tun mit diesen Content-Marketing-Trends?

Falls Sie jetzt diese Trendaussichten mit Ihren eigenen, gegebenenfalls vergleichsweise bescheidenen Content-Markting-Aktivitäten vergleichen, lassen Sie sich davon bitte nicht verunsichern oder gar frustrieren. Tatsächlich klafft zwischen den hier von den Branchenexperten diskutierten Trendthemen 2018 und der heutigen Content-Marketing-Wirklichkeit in den meisten deutschen Unternehmen eine große Lücke. Dies gilt insbesondere für mittelständische Unternehmen mit ihren begrenzten Ressourcen.

Betrachten Sie daher diese Trendprognosen eher als eine Vorschau auf das, was demnächst möglich werden könnte. Sowie als einen Einblick in die Experimentierküchen der großen, weltweit agierenden Konzerne mit ihren oft millionenschweren Marketing-Etats.

Berücksichtigen Sie bitte außerdem, dass sich die oben genannten Trends allesamt auf das Online-Marketing beziehen. Wenn Sie daher Content Marketing auch oder primär über Offline-Medien (zum Beispiel Print) betreiben (was wir dringend empfehlen, können Sie diesen Entwicklungen deutlich gelassener entgegensehen (wenngleich Sie sie auch dann nicht völlig ignorieren sollten)).

Beobachten Sie in jedem Falle die Chancen, die sich aus diesen einzelnen Trends für das Content Marketing Ihres Unternehmens ergeben können. Aber hinterfragen Sie sie auch kritisch.  Und vergessen Sie vor allem eines nicht (und darin sind sich durchweg alle Branchenexperten einig): Unabhängig von etwaigen neuen technischen Möglichkeiten sind auch für 2018 der wirklich entscheidende Erfolgsfaktor beim Content Marketing gute, redaktionell aufbereitete und für Ihre Zielgruppe relevante Inhalte.

Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

ist seit über 20 Jahren in geschäftsführenden Funktionen innerhalb der Medienbranche tätig (Online, Print und TV) mit Schwerpunkt auf den Gebieten Content und Business Development. Seit 2014 ist Enno Müller Inhaber und Geschäftsführer der djd.

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