5 Tipps zum Erstellen nutzwertiger Tipplisten

Nutzwertige Tipplisten erstellen
5_Tipps_zum_Erstellen_nutzwertiger_Tipplisten Foto: djd/Wilhelm Busch

Vor kurzem haben wir Ihnen das Content-Format „Tippliste“ vorgestellt. Mit diesem Instrument können Sie im Rahmen Ihrer Content-Marketing-Strategie Endverbraucherthemen besonders nutzwertig für Ihre Zielgruppe aufbereiten. Lesen Sie nun, worauf Sie bei der Erstellung von Tipplisten besonders achten sollten.

 

Wie bei jedem Content-Format, gibt es auch bei der Tippliste einige redaktionelle Regeln zu beachten, damit Sie Ihre Zielgruppe auch wirklich so erreichen, wie von Ihnen gewünscht. Grundlage der nachfolgenden Regeln sind sowohl unsere eigenen langjährigen Erfahrungen auf diesem Gebiet also auch die Empfehlungen aus dem sehr lesenswerten, aber leider inzwischen vergriffenen Buch „Nutzwertjournalismus“ von Christoph Fasel. Wenn Sie sich also entschlossen haben, Ihrer Zielgruppe – sei es über Print und/oder Online – eine Tippliste zu einem bestimmten Thema anzubieten, sollten Sie insbesondere auf folgende fünf Punkte achten (gewissermaßen die Tippliste zur Tippliste):

 

1. Beziehen Sie Position!

Bei Durchsicht so mancher Verbraucherartikel stellt man fest, dass es dem Autor ganz offensichtlich genau hieran gefehlt hat. Der Artikel bleibt im Ungefähren, ergeht sich in langatmigem „Drumherumgesülze“ oder enthält ein wohl ausgewogenes „einerseits, … andererseits“, das den Leser letztlich ratlos zurücklässt. Bei der Tippliste können Sie sich all das nicht leisten: Hier heißt es, Farbe zu bekennen, denn der Leser erwartet von Ihnen Orientierung und eine klare (wohl begründete) Empfehlung. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie sich als Autor zuvor eingehend mit der Materie befasst und somit eine gefestigte Meinung gebildet haben. Stellen Sie fest, dass Sie sich in der Sache (noch) nicht sicher genug sind, sollten Sie lieber keine Tippliste verfassen!

 

2. Achten Sie auf Ihre Glaubwürdigkeit!

Gewissensfrage: Von wem sind Sie bereit, Ratschläge entgegenzunehmen und Sie ggf. sogar zu befolgen? Doch wohl nur von Leuten oder Institutionen, die Ihnen glaubwürdig erscheinen, d.h. denen Sie (zumindest in Bezug auf das Thema, um das es geht) vertrauen. Mit anderen Worten: Für Sie als Tippgeber ist Ihre Glaubwürdigkeit das höchste Gut. Und Glaubwürdigkeit können Sie auf zweierlei Weise erzielen bzw. aufbauen: Erstens, durch die Seriosität der Informationen und Tipps, die Sie Ihrem Leser bieten. Das hat viel mit Ihrer eigenen Fachkompetenz, mit guter Recherche und dem sorgsamen Umgang mit den Fakten zu tun. Und zweitens dadurch, dass Sie Ihre Tipps so ausarbeiten, dass Sie der Lebenswelt Ihrer Zielgruppe entsprechen. Denn nur wenn die Ratschläge für Ihre Leser nachvollziehbar und realistischerweise umsetzbar sind, sind sie auch glaubwürdig.

 

3. Arbeiten Sie mit Aufzählungsziffern (aber mit den richtigen)!

Ein wesentlicher Vorteil der Tippliste besteht in ihrem klar strukturierten Aufbau. Daher empfehlen wir Ihnen, diese Struktur auch durch eine entsprechende Nummerierung zu unterstreichen. Die ziffernweise Aufzählung hat gegenüber Bullet Points oder Spiegelstrichen den Vorteil, dass Sie von vornherein, z.B. in der Überschrift, auf die Anzahl an Tipps eingehen können. Das kommt erwiesenermaßen sowohl beim Leser als auch bei Suchmaschinen gut an. „Die 5 besten Tipps, wie Sie…“ wirkt einfach konkreter als nur „die besten Tipps, wie Sie…“). Beachten Sie hierbei auch die Magie der Zahlen: Es gibt Zahlen, die eignen sich besser für solche Listen als andere: 3, 5, 7, 10 oder 12 sind z.B. gut geeignete Zahlen. Meiden Sie hingegen 4, 6, 8, 9 oder 11 Tipps. Solche Zahlen „strahlen eine Form von Beliebigkeit aus, die beim Leser unbewusst den Gedanken wachrufen könnte: Hier ist nicht ganz zu Ende gedacht worden.“ (Christoph Fasel, Nutzwertjournalismus, S. 102). Klingt sonderbar, aber achten Sie mal selbst darauf.

 

4. Konzentrieren Sie sich auf die relevantesten Tipps!

Um dem Leser Orientierung zu verschaffen, sollten Sie sich auf die wesentlichen, für ihn wirklich relevanten Tipps konzentrieren. Unsere Empfehlung: Ihre Tippliste sollte keinesfalls mehr als zwölf Punkte enthalten (und selbst zwölf sind schon sehr viel). Widerstehen Sie also der Versuchung, die „besten 100 Tipps“ egal wofür zu verfassen. Ganz abgesehen von der Frage, wo Sie diesen umfangreichen Content unterbringen wollen (bei Printmedien z.B. stoßen Sie hier sehr schnell an Grenzen) – bei einer solchen Fülle von guten Ratschlägen leidet sowohl Ihre Glaubwürdigkeit (wer kennt schon 100 „beste“ Tipps?) als auch die Übersichtlichkeit. Außerdem weiß bei so vielen Ratschlägen Ihr Leser gar nicht, wo er anfangen soll – und lässt es daher lieber gleich.

 

5. Konzentrieren Sie sich auf „schmale“ Themen!

Die eben erwähnte zahlenmäßigen Reduzierung Ihrer Tippliste gelingt umso besser, wenn Sie sich ganz bewusst auf einen bestimmten (Teil-)Aspekt Ihres Themas konzentrieren. Statt Ihren Lesern also auf wenigen Zeilen z.B. „alles über den richtigen Hausbau“ nahezubringen, konzentrieren Sie sich lieber auf die „10 besten Tipps zur richtigen Handwerker-Auswahl“. Mit anderen Worten: Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie ihm die ganze Welt erklären (das würde man Ihnen ohnehin nicht abnehmen). Wenn Sie aber Ihren Lesern im Zusammenhang mit einem ganz bestimmten, eng umrissenen Problem das Leben ein kleines bisschen erleichtern oder Orientierung geben, werden sie Ihnen aufmerksam zuhören und für Ihre Tipps dankbar sein.


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Dr. Enno Müller

Dr. Enno Müller

ist seit über 20 Jahren in geschäftsführenden Funktionen innerhalb der Medienbranche tätig (insb. Online, Print und TV) mit Schwerpunkt-Expertise auf den Gebieten Content und Business Development. Seit 2014 ist Enno Müller Inhaber und Geschäftsführer der djd.

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